Babyschwimmkurse von 3-12 und 12-24 Monaten

Achtung: Zur Zeit findet kein Babyschwimmen in Gruppen mehr statt, sondern aufgrund der hohen Nachfrage nur noch Einzelschwimmkurse ab 4 Jahre oder die Einzelbegleitung von Menschen, die traumatische Erfahrungen im Wasser gemacht haben und diese bewältigen möchten. Mehr Infos dazu findest Du unter "Aktuelle Schwimmkurse"

 

In einer liebevollen und achtsamen Atmosphäre dürfen Babies und Kleinkinder im Alter von 3-24 Monaten das Element Wasser zurückerinnern und neu kennenlernen um sich wohl zu fühlen im warmen Nass.
Spielerisch lernen Eltern und Babies sich im Wasser miteinander zu bewegen und nach Wunsch auch Erfahrungen unter Wasser zu machen. Zeit für ein inniges Miteinander von Babies und Eltern als Insel im Alltag.

 

 

Wesentliche Informationen zum Babyschwimmen vor Kursbeginn

Vor dem ersten Kurs mit ihrem Baby haben viele Eltern Fragen.
Gerne möchte ich an dieser Stelle darauf eingehen und die häufigsten Fragen und Themen beantworten und erläutern.

Was ist Babyschwimmen?

Der Begriff „Babyschwimmen“ bedarf einer Erklärung.
Er ist, obwohl überall verwendet, irreführend, denn er weckt auf Elternseite häufig völlig überzogene Vorstellungen von dem, was Babies im Wasser leisten und tun können.
Dennoch werden auch wir bei Wasserengel weiterhin vom Babyschwimmen sprechen, weil es sich im allgemeinen Sprachgebrauch durchgesetzt hat und viele Eltern eine Idee davon haben. Neue Sprachkreationen entstehen vielleicht im Laufe der Zeit oder bei spezialisierten Angeboten.
Babies können im eigentlich sportlichen Sinne nicht selbständig schwimmen.
Das können die meisten Kinder, entwicklungsphysiologisch bedingt, frühestens im Alter von drei Jahren erlernen.
Das „Babyschwimmen“ meint daher also immer mindestens zwei Personen, das Kind und eine Begleitperson. Die Babies verstehen sich ohnehin weniger als eigenständige Persönlichkeit, sondern vielmehr als Teil ihrer Eltern. Das bedeutet, das Lernen geschieht überwiegend über das Medium „Eltern“, alle Sicherheit gründet sich auf deren Vorhandensein.
Babyschwimmen bedeutet folglich viel mehr als „schwimmen“ für das Baby.

Warum Babyschwimmen?

Durch die physikalischen Eigenschaften des Wassers hat das Kind einen grösseren Bewegungsspielraum als an Land, besonders im ersten Lebensjahr. Das Wasser bietet erweiterte Möglichkeiten für das Kind den eigenen Körper auszuprobieren und kennenzulernen in dem Ur - Element. Die Umwelt kann in einem ganz neuen Bezugrahmen wahrgenommen werden. Die Bewegung im Wasser fördert die Entwicklung von Muskulatur, Herz-Kreislauf-System, Lunge, Knochen und Gelenke. Die Hautnerven werden stimuliert und die gesamte Wahrnehmung intensiviert. Durch den engen Hautkontakt und das gemeinsame Spiel im Wasser wird die Eltern-Kind-Beziehung gefördert und ermöglicht schöne Momente des Zusammenseins in sehr vertrauensvoller und inniger Atmosphäre.

Ziel des Babyschwimmens

Ein Babyschwimmkurs ist zunächst immer primär eine „Elternschule“, in der den Eltern der sichere Umgang mit ihrem Baby im Wasser vermittelt sowie Anregungen und Übungsvorschläge gegeben werden. Letztendlich ist immer der elterliche Einsatz und das Trauen der Eltern neben der Kursleitung ausschlaggebend für die erlebte Qualität eines Kurses.
Im Vordergrund ist die Freude für das Baby, sich frei bewegen zu können im Ur- Element Wasser, in dem es während der Schwangerschaft neun Monate gelebt hat.
Jeder Gedanke an Leistung, Disziplin oder Druck darf losgelassen werden von den begleitenden Eltern oder Grosseltern.
Möglichst früh Schwimmen zu lernen ist kein Ziel dieses Kurses, obwohl frühe Erfahrungen im Wasser dies natürlich begünstigen können, wenn die ersten Erfahrungen im Wasser vom Kind als positiv und freudvoll erlebt werden.
Ziel des Babyschwimmens ist der liebevolle und vertrauensvolle Körperkontakt mit den Eltern, Gehalten zu sein im Ur - Element Wasser, Kommunikation und Spiel mit anderen Kindern, eigene Erfahrungen und Entdeckungen zu machen, die Körperwahrnehmung im Wasser mit seinen besonderen Bedingungen und ein geduldiges, aufmerksames Zusammenspiel von Eltern und Kind.
Das Baby wird im motorischen, kognitiven, sozialen und vielen anderen Bereichen spielerisch gefördert.
Das Babyschwimmen wird in seiner vielfach positven Wirkung oft immer noch unterschätzt. Wir wünschen uns, dass auch mehr Ärzte und Ärztinen das Babyschwimmen frühzeitig empfehlen.
Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt wie positiv sich das Babyschwimmen direkt und langfristig auf die gesamte Entwicklung des Kindes auswirkt.
Zu den wichtigsten Zielsetzungen eines Babyschimmkurses gehört es:

* die emotionale und zwischenmenschliche Entwicklung zu fördern.
* den Erfahrungs- und Bewegungsraum der Babies zu erweitern.
* Impulse und Stimulation für die körperliche und geistige Entwicklung zu geben.
* die Babies weitestgehend mit dem Wasser vertraut zu machen und ihnen Sicherheit im Umgang mit dem Element zu vermitteln, die es ihnen erlaubt, besonders früh und leicht das Schwimmen zu erlernen.

Physiologie des Kindes beim Babyschimmen

Im Einzelnen ist eine entwicklungsfördernde Wirkung in folgenden Bereichen festzustellen:

Atmung
Durch den Wasserdruck verstärkt sich die Ausatmung und es wird bewusst tiefer eingeatmet. Das bewirkt
* eine Kräftigung der Atemmuskulatur
* die Vermehrung der Lungenbläschen
* verstärktes Lungenwachstum bis zu 20%
* höhere Leistungsfähigkeit
* ruhigen, tiefen Schlaf

Herz
Durch den Wasserdruck auf den Körper erhöht sich der venöse Rückstrom (Hydrostatischer Druck), die Venen werden zusammen gespresst. Dadurch
* gelangt 20% mehr Blut in die rechte Herzhälfte
* wird die Dehnungsfähigkeit des Herzmuskels vergrössert
* wird der Herzmuskel gekräftigt
* sinkt die Herzfrequenz

Kreislauf
Erhöhte Belastung des Kreislaufes durch die Aktivität im Wasser. Verbesserte Kapillarisierung des Muskelgewebes, Steigerung der Durchlässigkeit des Gewebes für Sauerstoff und Kohlendioxid. Das bewirkt eine
* bessere Versorgung und Entschlackung der Muskeln
* Steigerung der Ausdauer
* schnellere Erholung nach Belastungen

Skelett
Beanspruchung des Skelettes durch die Bewegung im Wasser Das unterstützt
* Wachstumsreize
* die Ausformung der Gelenke
* das Wachstum der Knochen

Wärmehaushalt
Einwirkung der 32-33 Grad „kühlen“ Wassertemperatur auf die Haut führt zu kontrollierten Wärmeverlusten. Das bewirkt eine
* beschleunigte Entwicklung des Unterhautfettgewebes
* verbesserte Wärmeregulation (Saunaeffekt)

Achtung:
Da im ersten Lebensjahr die Haarbalgmuskeln noch nicht vorhanden sind, zeigen die Kinder keine „Gänsehaut“. Aus ärztlicher Sicht sinnvoll ist das Babyschwimmen bei einer Wassertemperatur von mindestens 30 Grad Celsius und maximal bis 35 Grad Celsius.

Das solltest Du berücksichtigen, wenn Du mit sehr jungen Kindern schwimmen gehst, da die ersten Schwimmstunden sonst leicht aus Unwissenheit zu spät beendet werden. Der Start in das nasse Element sollte Zuhause durch ein rechtzeitig und kontinuierlich vorbereitendes Reduzieren der gebräuchlichen Baby – Badetemperatur von 36-37 Grad Celsius bis hin zu den Schwimmtemperaturen vorbereitet werden.

Kindliche Voraussetzungen vor Kursbeginn

Der Nabel sollte vollständig verheilt sein, das Gewicht der Babies mindestens 4 kg (Unterhautfettgewebe als Kälteschutz, fehlendes Wärmezittern!) und das Alter zwischen 6-12 Wochen betragen. Der deutsche Sportärzte Bund DSÄB empfiehlt die Kopfkontrolle.
Ab einem Körpergewicht von 4 kg können auch früh geborene Kinder bedenkenlos am Babyschwimmen teilnehmen. Das Kind sollte 6-8 Wochen ab errechnetem Geburtstermin alt sein. Ist das Kind viel zu früh auf die Welt gekommen und hatte es Probleme mit der Atmung, sollte vor Kursbeginn ein Arzt/Ärztin konsultiert werden.

Unmittelbar vor Kursbeginn müssen die Kinder frei von ansteckenden und akuten Krankheiten, offenen Wunden und Fieber sein.
Die letzte volle Mahlzeit sollte mindestens eine Stunde zurückliegen und die Schwimmstunde sollte möglichst dem kindlichen Tagesrhythmus angepasst sein. Dieser variiert in den ersten Monaten zwar noch, aber das Kind sollte ausgeschlafen sein bei Kursbeginn.

Hygiene im Wasser

Der Hygienestandard in öffentlichen Bädern unterliegt der Aufsicht des Gesundheitsamtes und insofern allgemeinen Hygienestandards, zumindest was die Wasserqualität betrifft.
Es ist grundsätzlich möglich, dass Urin von den Babies ins Wasser gelangt. Beachte, bitte, dass der Urin steril ist und ohnehin durch ausgewogene Chlor – oder Ozonzusätze im Schwimmbadwasser neutralisiert wird.
Stuhlausscheidungen treten während des Schwimmens extrem selten auf. Da die Stuhlregulation über das autonome Nervensystem erfolgt, also bei körperlicher Aktivität nicht in Aktion tritt, kommt es gar nicht bis sehr selten vor, das Stuhl austritt, während das Baby sich bewegt.
Du solltest Dich und Dein Baby vorm schwimmen gründlich abduschen, somit wird insgesamt weniger Chlor oder Ozon benötigt, um die Wasserqualität zu erhalten.

Tauchen oder das „Unter-Wasser-Sein“

In diesem Punkt ist es mir besonders wichtig, einige Gedanken zum Thema mit Dir zu teilen.
Das „Tauchen“ oder „Unter-Wasser-Sein“ von Babies ist ein sehr kontroverses und oft angstbesetztes Thema bei den Eltern.
Hilfreich kann es für Dich als Elternteil sein, Dein Kind angstfrei und freudvoll zu begleiten, wenn Du selbst „in Frieden“ mit dem Tauchen oder „Unter-Wasser-sein“ bist. Manchmal gibt es in der eigenen Geschichte von Eltern traumatische oder unangenehme Erlebnisse und Erinnerungen an das Tauchen. Einige Menschen haben den Schwimmunterricht in der Schule beispielsweise als unangenehm empfunden und diese Erfahrungen bis zum Erwachsenenalter nicht positiv wandeln können.
Wenn Dir das bekannt vor kommt, dann möchte ich Dich einladen, dass Du Dich vor dem Babyschwimmkurs, mit Deiner „Tauch – und Wasservergangenheit“ aussöhnst. Das kannst Du für Dich allein tun, indem Du Dir alle dagewesenen Themen noch einmal bewusst anschaust und in Frieden loslässt und Dich unter Wasser wohlfühlst.
Manchmal sind Thematiken allerdings etwas komplexer oder Du weißt vielleicht nicht wie Du Dich unter Wasser wirklich wohl fühlen kannst und wünscht Dir fachliche Unterstützung.
In einem solchen Fall, möchte ich Dich einladen Tauch - und Wasserthemen in einem vertrauten Gespräch und eventuell durch praktische Wasserübungen in meiner Begleitung zu verarbeiten und neu zu erleben.
Gerne vereinbare ich zu diesem Thema einen persönlichen Termin mit Dir oder mehreren Eltern gemeinsam. Die Kosten dafür sind abhängig von Zeit und Umfang der Gespräche und praktischen Übungen. Gerne können wir das in einem persönlichen Vorgespräch klären.
Aus meiner langjährigen Erfahrung kann ich sagen, dass die Angstfreiheit im Wasser und der natürliche Umgang der Eltern mit Wasser für das Kind von zentraler Bedeutung ist. Sobald Du Dich als Elternteil verkrampfst oder unsicher bist, spürt Dein Kind das sofort und übernimmt automatisch dieses Gefühl. Dein Kind lernt in erster Linie durch Nachahmung. Das grösste Geschenk, welches wir unseren Kindern machen können ist deshalb, selbst möglichst sicher und freudvoll im Wasser und Leben zu sein. Bist Du sicher, ist auch Dein Kind sicher.

Wirkliche Wassersicherheit kann sich nur entwickeln, wenn kurzfristige Aktionen mit dem Gesicht/ Kopf unter Wasser zum Baby – und Kleinkinderschwimmen dazugehören.
Da der Mensch nicht von allein „oben“ schwimmt, wäre jedes Babyschwimmangebot verantwortungslos, wenn es sich nicht auch mit dem Aufenthalt unter Wasser beschäftigen würde.
Die physiologischen Voraussetzungen für einen gefahrlosen Aufenthalt unter Wasser sind bei Menschen durchaus vorhanden. Studien beweisen: Der Atemschutzreflex (Tauch-oder Divingreflex) bei Babies existiert mit grösserer Abweichung bis zu einem Alter von ungefähr sechs Monaten. Dieser Reflex wird sensorisch ausgelöst durch Wasserberührung mit dem Gesicht sowie durch Chemorezeptoren im Mund- und Rachenraum. Das funktioniert allerdings nicht bei 0,9 % Kochsalzlösung, also auch nicht im Meerwasser.
Der Reflex stoppt die Atemaktivität über das Atemzentrum im Hirnstamm und schützt damit die Atemwege vor Wassereintritt. Der reflektorische Atemstopp führt zu einer vorsorglichen Absenkung der Herzfrequenz. Schluckbewegungen dienen der Entfernung des Wassers aus dem Rachenraum.
Dies bietet jedoch keinen absoluten Schutz vor normalen Verschlucken. Sollte das Kind sich versehentlich am Wasser verschlucken, dann ist es hilfreich, wenn Du ihm leicht auf den Rücken klopfst und ihm sanft und ruhig zuredest.
Nach wenigen Malen regelmässiger Übung erfolgt der Übergang vom angeborenen Reflex zum erlernten Verhalten, das den Reflex ersetzt.
Beim Tauchen mit älteren Kindern spielt der ehemalige Atemschutzreflex keine Rolle mehr, das Kind LERNT ausschliesslich über das Sehen/Hören/ Fühlen, dass ein Tauchvorgang folgen soll. Das Luftanhalten wird zu einem willkürlichen Vorgang:
Im Gegensatz zum reflektorischen Atemstopp bleibt die Herzfrequenz unverändert oder eher beschleunigt.
Bei ersten Tauchgängen von maximal 3-5 Sekunden Dauer tritt kein Abfall der Sauerstoffkonzentration im Blut auf. Selbst bei älteren Kindern, die ihre Tauchzeit selbst kontrollieren und durchaus länger tauchen, bleibt die Sauerstoffkonzentration im normalen Bereich.
Sehr junge Babies können beim ersten Tauchgang mit einer verlängerten Atempause von bis zu 10 oder 15 Sekunden Dauer reagieren. Dies ist eine natürliche und harmlose Schutzreaktion, die mit ansteigendem Alter des Babys verschwindet. Stimulation der Atmung kann zum Beispiel durch Hautreize wie Streicheln oder leichtes Klopfen unterstützt werden.

Organisatorisches

* die Babies sollten eine Schwimm – oder Badehose tragen, beispielsweise aus Frottee (muss keine Schwimmwindel sein), die an den Beinen oder am Bauch fest anliegt, jedoch Bewegungsfreiheit lässt.
* Vor und nach dem Wasseraufenthalt sollten Eltern und Kinder duschen und sich reinigen. Schampoo, Duschgel und Creme nach Bedarf bitte selbst mitbringen.
* um Auskühlung vorzubeugen bitte nach dem Schwimmen und Duschen die Babies in ein Handtuch einwickeln, gut abtrocknen und dann anziehen.
* um gerade im Winter Überhitzungen vorzubeugen bitte den Babies erst kurz vor dem Verlassen der Umkleide und des Schwimmbades die Winterjacke oder den Schneeanzug anziehen. Bitte beachten, dass Im Schwimmbad die Raumtemperatur sehr hoch ist und in den Umkleiden oft noch die warme Luft von Haartrocknern die Luft weiter erwärmt.
* Babies sollten nur auf dem eigenen Handtuch gewickelt werden, wenn sie auf dem Wickeltisch oder einer Matte liegen. Bitte denke an eine frische Windel und benötigte Utensilien.
* Nach der Bewegung im Wasser hat das Baby meist Hunger und Durst. Bitte anschliessend etwas Zeit einplanen zum Stillen oder ein warmes Getränk wie beispielsweise Tee mitbringen und reichen.
* Vor Verlassen des Schwimmbades bitte unbedingt Haare und Ohren des Kindes trocknen und den Kopf mit einer Mütze oder einem Tuch bedecken.


(Quelle einiger Textauszüge und Informationen aus: „Aquapädagogik“ von Uwe Leghan)

Viel Freude im Wasser wünscht Euch Wasserengel!